Der Braunkohlenbergbau bei Halle-Nietleben (Sachsen-Anhalt) bis zum Jahr 1855.

Teil I: Die Gruben Neuglück, Wilhelm und Charlotte

  • Eckhard Oelke

Abstract

Bei Nietleben hat der Bergbau auf Braunkohle schon im 19. Jh. die Landschaft und die Struktur der Wirtschaft verändert sowie durch Zunahme der Bevölkerung die Siedlung Nietleben vergrößert. Anliegen dieses Beitrags ist die Entwicklung des Braunkohlenbergbaus bei Nietleben. Die neuen Erkenntnisse gründen sich fast gänzlich auf das Studium von Akten des ehemaligen Oberbergamtes Halle im Landesarchiv Sachsen-Anhalt. Die Braunkohle tritt bei Nietleben mit einem Unterflöz aus dem Oberen Eozän und einem Oberflöz aus dem Unteren Oligozän auf. Die Gruben Neuglück, Wilhelm und Charlotte bebauten von 1826 bis 1855 nur das Oberflöz mit einem Tagebau sowie mehreren Schächten und Tagesstrecken. Die von der Gemeinde Nietleben 1826 aufgenommene Grube Neuglück kam 1837 durch Kauf in die Hand des Kaufmanns J.G.Boltze. Die Nähe zur Stadt Halle hat die Entwicklung des Braunkohlenbergbaus bei Nietleben begünstigt. Bis 1840 wurden 253750 t Braunkohle gefördert. Die 1834 installierte Dampfmaschine zur Hebung des Wassers war in der Umgebung von Halle die erste Dampfmaschine in einer Braunkohlengrube. Die Besitzer der drei Gruben begannen am Ende der 1830er Jahre eine Zusammenarbeit mit dem Ziel einer Konsolidierung.

Veröffentlicht
2019-08-21
Rubrik
Articles