Hydrochemische Untersuchungen zum Versauerungszustand der Waller Quelle, nördlicher Teutoburger Wald

  • Jürgen Lethmate Institut für Didaktik der Geographie, Heisenbergstraße 2, Westfälische Wilhelms-Universität, 48149 Münster
  • Birgit Schneider Institut für Geographie, Johannisallee 19a, Universität Leipzig, 04103 Leipzig
Schlagworte: Waller Spring, Teutoburg Forest, water acidification, negative alkalinity, delayed deacidification

Abstract

Um die meist nur hypothetischen Spekulationen über den Versauerungszustand des Teutoburger Waldes durch weitere empirische Daten zu prüfen, analysiert diese Arbeit die hydrochemischen Kennwerte einer Quelle aus einem Silikatbuchenwald im Waller Berg/nördlicher Teutoburger Wald. Die Quellwasserdaten werden nach anerkannt gültigen Indikatoren der Gewässerversauerung ausgewertet. Ein Versauerungsquotient < 1, eine Alkalinität im negativen Bereich von -0,62 mmolc L-1, ein Säuregrad von pH 4,0 und eine Aluminiumkonzentration von 4,8 mg L-1 weisen dem Quellwasser die Versauerungsstufe „stark versauert“ zu. Die Typisierung des Quellwassers bestätigt die Einstufung, dass auf der Kationenseite Aluminium, auf der Anionenseite Sulfat dominieren, wobei das Hydrogen-carbonat fehlt. Die im Vergleich zum Jahr 2003 zurückgehende Konzentration der Schlüsselsubstanz anthropogener Gewässerversauerung, des Aluminiums, deutet zwar eine Entsauerung an, ohne aber die Versauerung aufzuheben. Die Alkalinität der Waller Quelle liegt noch im derart tiefen, negativen Bereich, dass der Quellstandort von einer Erholung im biocönotischen Sinne weit entfernt ist.

Veröffentlicht
2019-08-21
Rubrik
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