Interaktive Umweltbildung am Beispiel eines Gewässerlehrpfades an der Ulster

Bernhard Bartsch-Herzog, Christian Opp

Abstract


Kurzfassung:

Ober- und Mittellauf von Mittelgebirgsfließgewässern weisen meist eine attraktivere Naturausstattung und geringere anthropogene Einflüsse auf als die entsprechenden Unterlaufabschnitte. Aufgrund zahlreicher Naturschutzgebiete weist das obere Ulster-Einzugsgebiet einige Besonderheiten; dazu gehört auch die Zugehörigkeit zum Biosphärenreservat Rhön. Diese Randbedingungen sind bei der Planung eines Lehrpfades zu berücksichtigen. Gleichzeitig resultiert daraus jedoch auch ein Potenzial, welches bei der Konzeption eines Gewässerlehrpfades zielgerichtet genutzt werden kann. Ausgehend von diesen Restriktionen und Chancen wird die Eignung der Ulster als Standort für Umweltbildungsmaßnahmen in Form eines Gewässerlehrpfades betrachtet. Im Mittelpunkt des Lehrpfades soll hierbei die Entwicklung einer persönlichen Beziehung zur natürlichen Umwelt stehen: Die wohl wichtigste Voraussetzung, um die Zielgruppe „Kinder“ für Natur zu sensibilisieren und umweltrelevante Verhaltensweisen zu fördern.

Aber wie können insbesondere Kinder (wieder) an die Natur herangeführt werden? Wie kann man sie nachhaltig für ihre Umwelt sensibilisieren und begeistern? Wie sind Kenntnis-Defizite an Wasserlehrpfaden zu kompensieren? Welche Voraussetzungen muss ein Lehrpfad erfüllen, damit nachhaltige Umweltsensibilisierung stattfinden kann? In Orientierung an diesen Fragestellungen wird ein Gewässerlehrpfadkonzept im Einzugsgebiet der Ulster (Werra-Einzugsgebiet) dargestellt. Hierbei lernen die BesucherInnen zunächst anhand der Leittierart Bachforelle (Bella) den Lebensraum Fließgewässer mit allen Sinnen kennen und bauen eine persönliche Beziehung zu Bella auf. Schließlich wird dieser persönliche Bezug genutzt, um umweltrelevantes Verhalten zu fördern und damit den Lebensraum Fließgewässer zu erhalten.

 

Abstract:

Upper and middle reaches of upland streams mostly show more attractive natural settings and less anthropogenic influences than corresponding lower reaches. Because of numerous preserve areas, the upper Ulster drainage area shows some characteristics; one of these is belonging to “Biosphärenreservat Rhön” (Biosphere Reserve Rhoen). Those boundary conditions have to be taken in consideration when planning a nature trail. Concurrently there results a potential from this situation, which can be used purposefully for development of a nature trail. Based on the restrictions a look is taken at the Ulster’s suitability as a location for environmental education programs in the form of a nature trail. In doing so the development of a personal relationship to natural environment is the centre of attention: the most important requirement to sensitize the target group “children” for nature and supporting environmentally relevant behaviour. But how can especially children be led back to nature (again)? How can you sensitize them and get them enthusiastic about nature with a lasting effect? How shall knowledge deficits be compensated at nature trails? With which requirements does a nature trail have to comply to realize a lasting environmental sensitization? Focused on these questions, a nature trail concept in the Ulster drainage area (Werra drainage area) is presented. In this concept visitors get introduced to streams as a habitat using brown trout (Bella) as a leading species and develop a personal relationship to Bella. Finally this relationship is used for supporting environmentally relevant behaviour and preserve streams as a habitat.


Volltext:

PDF

Refbacks

  • Im Moment gibt es keine Refbacks


Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg | Hallesches Jahrbuch für Geowissenschaften

P-ISSN 1432-3702, E-ISSN 2196-3495