Beziehungen zwischen Zikadengemeinschaften und dem Mahdregime sowie der Vegetation in Streuobstwiesen

(Hemiptera: Auchenorrhyncha)

Autor/innen

  • Oliver Wiche
  • Ursula Nigmann
  • Roland Achtziger

Abstract

Traditionell bewirtschaftete Obstbaumbestände und ihr zumeist gemähter oder beweideter Unterwuchs (Streuobstwiesen) stellen artenreiche und aus Naturschutzsicht wertvolle Lebensräume der Kulturlandschaft dar. Daher wird eine naturschutz- konforme Nutzung, z. B. der Verzicht auf Düngung und eine extensive Mahd (max. zwei Schnitte pro Jahr) in Streuobstwiesen im Rahmen des bayerischen Vertragsnaturschutzprogramms (VNP) gefördert. In dieser Arbeit wurden die Auswirkungen des Mahdregimes auf die Vegetation und auf die Zikadengemeinschaften von 20 Streuobstwiesen im Landkreis Bamberg (Oberfanken, Bayern) untersucht, die sich hinsichtlich der Mahdhäufigkeit (ungemäht – 1 Schnitt – 2 Schnitte pro Jahr) und der VNP-Vertragshistorie unterschieden. Auf jeder Streuobstwiese wurden im Jahr 2011 auf repräsentativen Untersuchungsflächen Vegetationsaufnahmen erstellt sowie ausgewählte Parameter der Vegetation und der Zikadengemeinschaften erfasst. Auf den 20 Streuobstwiesen wurden insgesamt 134 Pflanzenarten und 59 Zikadenarten mit insgesamt 1.317 Individuen festgestellt. Die zweimal gemähten und ein Teil der einmal gemähten Flächen wiesen höhere Pflanzenartenzahlen sowie höhere Individuenzahlen von Spezialisten unter den Zikaden auf als die Brachen. Auch die Zusammensetzung der Zikadengemeinschaften unterschied sich zwischen zweimalig gemähten Flächen und den Brachen sowie teilweise auch gegenüber einmal gemähten Flächen. Die Zikadenartenzahl und die Arten- und Individuenzahl der spezialisierten Zikadenarten waren signifikant positiv mit der Pflanzenartenzahl und negativ mit der mittleren Vegetationsdichte korreliert. Aus Sicht des Naturschutzes ist die im Rahmen des VNP geförderte extensive Mahd auf den zumeist nur eingeschränkt nutzbaren und von Nutzungsaufgabe bedrohten Streuobstwiesen als günstig für die Erhaltung der Biodiversität der Vegetation und der Zikadenfauna anzusehen.

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Veröffentlicht

10.08.2018

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