Untersuchungen zur Zikadenfauna (Auchenorrhyncha) auf Grünland innerhalb und außerhalb des Überschwemmungsbereichs im Biosphärenreservat „Mittlere Elbe“

Autor/innen

  • Werner Witsack
  • Gunther Otto

Abstract

Auf 16 Dauerbeobachtungsflächen im Biosphärenreservat „Mittlere El-be“ wurden in den Jahren 2000, 2001 und 2002 Erfassungen der Zikaden durchgeführt. 15 Flächen wurden naturschutzorientiert nach Mitte Juni gemäht. An sieben Terminen erfolg-ten auf jeder Fläche jeweils 100 Kescherschläge und nachfolgend die Auswertung der Zika-den. Zehn Flächen befanden sich im Überschwemmungsgebiet der Elbe (zwischen Coswig und Badetz oberhalb der Saalemündung) und der Unteren Mulde und 6 Flächen in den ausgedeichten Gebieten ohne Überschwemmung. Insgesamt wurden 4.982 Individuen ge-fangen, die 102 Arten angehörten. Auf den Überschwemmungsflächen wurden insgesamt 80, auf den nicht überschwemmten Flächen 79 Arten nachgewiesen. Die Anzahl der Arten der Roten Liste von Sachsen-Anhalt betrug 24, die der Roten Liste Deutschlands 23, davon 11 bzw. 10 Arten auf den Überschwemmungsflächen. Ein Vergleich der Artenstruktur mit Hilfe einer Clusteranalyse ergaben Cluster, in denen beide Flächentypen enthalten waren. Dies weist darauf hin, dass andere Faktoren die Zikadengemeinschaften stärker beeinflus-sen können als Überschwemmungen. Mann-Whitney-(Wilcoxon)-Tests ergaben signifikant höhere Durchschnittswerte für die Arten- und Individuenzahlen auf den vom Hochwasser verschonten Flächen. Die nachgewiesenen Arten gehören überwiegend zu den typischen Grünlandbewohnern von extensiver bewirtschaftetem Grasland. An feuchteren Stellen wurden auch seltenere, an Carex, Juncus und Phalaris lebende Arten der Sumpf- und Ried-Standorte nachgewiesen. Besonders bemerkenswert ist der Fund von Criomorphus williamsi China. Es handelt sich um den Erstnachweis für Sachsen-Anhalt und den vierten Fund in Deutschland.

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Veröffentlicht

10.08.2018

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