Die Zukunftsfähigkeit der Anthropogeographie: Die Postmoderne als metatheoretisches Paradigma?

Autor/innen

  • Jürgen Pohl

Abstract

Ausgehend von den drei Leitfragestellungen der Geographie nach Peter Haggett (Standortansatz, Region und Regionalisierung, Mensch-Umwelt-Beziehungen), versucht der Beitrag geographische Konzepte und ihre metatheoretische Verankerung im Wandel der Zeit zu verorten und so die Frage nach der Zukunftsfähigkeit der Anthropogeographie zu beantworten. Im Verlaufe der Zeitachse Vormoderne - Moderne - Postmoderne und der entsprechenden Entwicklung des Zeitgeistes ändern sich wissenschaftstheoretische bzw. metatheoretische Grundlagen. Die Postmoderne gibt den Gedanken des Fortschritts und der Rationalität durch die Wissenschaft auf. Grundgedanke der postmodernen Kritik ist somit die Wahrnehmung und Anerkennung des Anderen, was letztendlich auch zu einem Pluralismus im Wissenschaftsbetrieb führt.  Feminismus, Postkolonialismus und Multikulturalismus sind postmoderne Entwicklungen mit engem geographischem Bezug. Durch eine genauere Betrachtung postmoderner Konzepte wird ersichtlich, daß es Anknüpfungspunkte für geographische Basiskonzepte gibt. Alle drei überkommenden Leitfragestellungen weisen Bezüge zum postmodernen Denken auf, an denen die Anthropogeographie anknüpfen könnte. Erst wenn eine intensive Aufarbeitung postmoderner Konzepte erfolgt, kann die Anthropogeographie besser für den Überlebenskampf der Wissenschaften gerüstet und somit letztendlich auch zukunftsfähig sein.

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Veröffentlicht

24.03.2023

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