The Natural History of Ooliths

Franz Ernst Brückmann’s Treatise of 1721 and its Significance for the Understanding of Oolites

  • Robert V. Burne
  • J. Chris Eade
  • Josef Paul

Abstract

Franz Brückmann schrieb 1721 seine erste Abhandlung über Oolithe. Wir stellen hier eine Übersetzung des lateinischen Originaltextes ins Englische vor. Brückmann beschreibt die Herkunft des Namens Oolith und seine Synonyme; interpretiert Oolithe als Ansammlung von Fisch-Eiern; klassifiziert sie als Steine; gibt Auftreten und Häufigkeit an; erklärt das Ablagerungsmilieu und Prozesse der Versteinerung und die große Menge der gefundenen Eier; beweist ihre biologische Herkunft und ihre biologischen Beziehungen; unterscheidet die Oolithe von den Pisolithen und gibt Orte an, wo sie gefunden werden. Wir kommentieren Brückmanns Text, besprechen die Wirkung seines Werkes und verfolgen die Forschung über Oolithe bis zum frühen 20. Jahrhundert. Wir schließen, dass Brückmanns Abhandlung am besten als Überblick anzusehen ist, der eine Grundlage für spätere Forschungen bildete. Sein wichtigster Beitrag war, Oolithe eher als Anhäufungen von biologischen Überresten als „Spiele der Natur“ (lusus naturae) anzusehen. Einige von Brückmanns Zeitgenossen, wie Da Costa und De Saussure zweifelten, dass Fischeier versteinern können
und – obgleich sie die biologische Herkunft einräumten – zogen es vor, sie als mineralische Konkretionen zu betrachten. Große Neuerungen in der Stratigraphie, Paläontologie, Mikrobiologie, Mikroskopie, vergleichenden Sedimentologie und Petrologie mußten stattfinden, bevor im 19. Jahrhundert signifikante Fortschritte von Brückmanns Interpretationen gemacht werden konnten.

Veröffentlicht
2018-08-13
Rubrik
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