Effekte der Schwarzbrache in verschiedenen Trockenfeldbauregionen der GUS

  • Lars-Christian Grunwald
  • Tobias Meinel
  • Vladimir Ivanovic Belyaev
  • Manfred Frühauf

Abstract

In der Waldsteppenzone der Orlovskaya Oblast (haplic Phaeozems und haplic Chernozems) und in der Zone der typischen Steppen des Altai Krai (calcic Chernozems und haplic Kastanozems) wurden im Rahmen dieser Untersuchung verschiedene Bodenbearbeitungssysteme verglichen (konventionelle Bodenbearbeitung - CT, minimale Bodenbearbeitung - MT und Direktsaat - NT). Die Untersuchungen fanden in stark auf Getreideproduktion ausgerichteten Ackerbausystemen statt (Winterweizen - Ww, Sommerweizen - Ws, Sommergerste - Bs). Eine in Russland weit verbreitete und absolut übliche konventionelle dreijährige Getreidefruchtfolge, mit Schwarzbrache wurde als “best practice” vergleichend hinzugezogen (Getreide - Getreide - Schwarzbrache). An jedem Standort wurden vier Versuchsfelder in die Untersuchung einbezogen. Am Standort der Waldsteppenzone (mittlerer Niederschlag 600mm/a) konnte unter Schwarzbrache (auf einem haplic Phaeozem) innerhalb eines Anbauzyklus (September 2008 - August 2009) eine Erhöhung des Bodenfeuchtegehaltes um 34% festgestellt werden; verglichen mit dem Bodenfeuchteniveau unter MT und Ww-Bestand (haplic Chernozem). Die Böden unter CT-Bewirtschaftung (haplic Chernozems) je im ersten, bzw. im zweiten Jahr nach Schwarzbrache, zeigen gleiche (-4,1%) oder sogar schlechtere (-15,1%) Bodenfeuchtewerte, verglichen mit den Werten des Bodens unter MT-Bewirtschaftung, ebenfalls unter Ww-Bestand. Am Standort in der Region der typischen Steppen im Altai Krai (mittlerer Niederschlag ca. 320mm/a) konnte unter Schwarzbrache im Zeitraum April - August 2009 ungefähr 20% mehr Bodenfeuchte gehalten werden als unter NT-Bewirtschaftung und Ws-Bestand (beide Böden haplic Kastanozem). Im ersten Jahr nach Schwarzbrache unter Ws-Bestand fiel der Bodenfeuchtegehalt um -7,8% gegenüber dem Boden unter NT-Bewirtschaftung ab (calcic Chernozem). Am Waldsteppenstandort in der Orlovskaya Oblast konnte aufgrund der höheren mechanischen Bearbeitungsintensität und des geringeren Nährstoffentzugs unter Schwarzbrache, die Konzentration an pflanzenverfügbarem Stickstoff in der Ackerkrume um 500% gegenüber dem Boden unter MTBewirtschaftung und unter Ww-Bestand erhöht werden (Zeitraum April - August 2009). Doch bereits im ersten Folgejahr nach Schwarzbrache fiel im konkreten Fall die Stickstoffkonzentration auf einen, mit dem im Boden unter MT-Bewirtschaftung und ebenfalls unter Ww-Bestand, vergleichbaren Wert zurück. Vor dem Hintergrund der wesentlich trockeneren Witterung am westsibirischen Standort der typischen Steppe sinkt der Nitratgehalt unter Schwarzbrache deutlich ab, während der Ammoniumgehalt über den Zeitraum der Untersuchungen hinweg anstieg. Des weiteren wird aufgrund der geringeren Auswaschung im strengen sibirischen Winter im ersten Frühjahr nach Schwarzbrache ein, gegenüber dem Boden unter N-Bewirtschaftung, zweifach höherer Nitratgehalt gemessen. Doch auch hier ist bereits nach der ersten Anbausaison nach Schwarzbrachehaltung (Mai - August 2009) die Nitratkonzentration auf ein Wert zurückgegangen, der mit dessen im Boden unter NTBewirtschaftung vergleichbar ist.

Veröffentlicht
2018-08-15
Rubrik
Articles