Welchen Beitrag leistet die Geographiedidaktik bei der Analyse komplexer Mensch-Umwelt-Systeme?

  • Jannick Hempowicz

Abstract

Ein Verständnis für komplexe Mensch-Umwelt-Sachverhalte zu entwickeln, stellt für den Menschen eine große Herausforderung dar. Die Komplexitätsanforderungen übersteigen die bisherigen Erfahrungen dessen, was die Menschen mit ihrer intuitiven Vernunft erfassen können (vgl. Scheunpflug 2001). Auf der anderen Seite ist es notwendig, dass ein systemisches Denken und ein kompetenter Umgang mit komplexen Sachverhalten
gefördert werden, um den zukünftigen Problemen einer fortschreitenden Globalisierung zu begegnen (vgl. Rost 2005).
Der Geographiedidaktik wird dabei eine Schlüsselrolle eingeräumt, da sie die Betrachtung von Mensch- Umwelt-Systemen in den Fokus rückt. Als Leitziel des Geographieunterrichts wird das Erkennen der Zusammenhänge zwischen natürlichen Gegebenheiten und gesellschaftlicher Aktivitäten in verschiedenen Räumen der Erde deklariert (vgl.
DGfG 2014). Mit der Integration des Systemkonzepts in die Bildungsstandards und der Entwicklung und Validierung geographischer Systemkompetenzmodelle wurden zukunftsweisende Strukturen geschaffen, die einen kompetenten Umgang mit Mensch-Umwelt-Systemen ermöglichen können. Der vorliegende Beitrag diskutiert die Bedeutung des Systemkonzepts als Basiskonzept des Faches Geographie und beschreibt ein Kompetenzstruktur- und -stufenmodell zur geographischen Systemkompetenz. Darüber hinaus werden allgemeine Ansätze zur Förderung systemischen Denkens dargelegt und ein aktuelles Forschungsvorhaben skizziert.

Veröffentlicht
2018-08-15
Rubrik
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