Die Gründung des Lehrstuhls für Geographie an der Martin- Luther-Universität Halle-Wittenberg

  • Karl-Heinz Krause

Abstract

Seit Dezember 1871 bemühte sich die Philosophische Fakultät der Universität Halle um eine Geographie-Professur. Alleiniger Wunschkandidat war zunächst Hermann Guthe (1825 – 1874), Lehrer für Mineralogie und Mathematik an der Polytechnischen Schule in Hannover (heute Leibniz Universität Hannover) und Autor geographischer Standardwerke. Der Berufungsversuch scheiterte gut ein Jahr später an der zögerlichen Haltung des Unterrichtsministeriums in Berlin. Im März 1873 stellte die Fakultät erneut einen Berufungsantrag. Vorgeschlagen wurde auch wieder nur ein Kandidat. Es war der Gewerbeschullehrer und Dozent für Geographie an der preußischen Kriegsakademie in Berlin Alfred Kirchhoff (1838 – 1907). Diesmal endete das Berufungsverfahren erfolgreich. Am 07.05.1873 wurde Kirchhoff zum ersten ordentlichen Professor für Geographie an der Universität Halle ernannt. Es war nach der Universität Leipzig (1871) und dem Polytechnikum (heute TU) München (1873) die dritte ordentliche Geographie-Professur, die nach der Reichsgründung 1871 in Deutschland eingerichtet wurde. Kirchhoff nahm seine Tätigkeit zu Beginn des Wintersemesters 1873/74 auf. Er lehrte 31 Jahre in Halle. Seine wissenschaftlichen Arbeitsgebiete waren die Theorie der Geographie, die deutsche Landeskunde, die Länderkunde von Europa und die Schulgeographie. In dem Beitrag wird über den Verlauf und die Begleitumstände dieser sich über eineinhalb Jahre hinziehenden Lehrstuhlgründung sowie über die mitwirkenden Personen berichtet.

Veröffentlicht
2018-08-15
Rubrik
Articles