Über die Zeitschrift

widerstreit sachunterricht versteht sich als Zeitschrift eines wissenschaftlichen fachdidaktischen Diskurses zum Sachunterricht. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass Auseinandersetzung, also Widerstreit, für die (Erziehungs-)Wissenschaften und damit den Sachunterricht konstitutiv und deshalb relevant ist.  

widerstreit sachunterricht steht für eine große Bandbreite an Formaten und Inhalten der Auseinandersetzungen und Diskurse zum Sachunterricht und seiner Didaktik. Wir pflegen den Widerstreit auch innerhalb der Beiträge und im Open-Peer-Review-Verfahren zu den eingereichten Beiträgen.

Zur Historie von widerstreit sachunterricht

widerstreit sachunterricht ist seit 2003 online.

Die Ursprungskonzeption von widerstreit sachunterricht wurde maßgeblich an der Goethe-Universität Frankfurt von Marcus Rauterberg entwickelt und gemeinsam mit Katharina Stoklas umgesetzt. Die Ausgangssituation zu Beginn der 2000er Jahre war zum einen die Veränderung der analogen Zeitschriftenlandschaft: Titel wurden eingestellt bzw. konzeptionell so ausgerichtet, dass theoretische Auseinandersetzungen zum Fach dort weniger Platz fanden. Zum anderen wurde das Internet zunehmend zu einem Medium, über das kostengünstig und mit steigender Reichweite Diskursorte angeboten werden konnten. Über diese Entwicklungen hinaus kam auf ideeller Ebene hinzu, dass der Widerstreit als ein wichtiges Mittel zur Entwicklung der universitären Fachdidaktik Sachunterrichts bzw. des Sachunterrichts als Disziplin verstanden wurde.

Die originäre Idee von widerstreit sachunterricht war es, auf drei verschiedenen Ebenen zum wissenschaftlichen fachdidaktischen Diskurs zum Sachunterricht anzuregen: Erstens mit fachlichen Beiträgen explizit zum Sachunterricht und seiner Didaktik, um damit auch eine Struktur zentraler Aspekte der Disziplin wie Lebenswelt oder Fachbezug zu erfassen. Zum zweiten durch das Eröffnen eines Raums für den Diskurs, den Austausch, den Widerstreit, um Debatten zu führen, aber auch auf Orte (z.B. Tagungen) hinzuweisen, an denen dies möglich ist. Und zum dritten, das Bieten eines Raumes für fachliche Publikationen aus Bezugsdiskursen benachbarter Disziplinen, deren Befunde eine Relevanz für den Sachunterricht und seine Didaktik haben.

Schon nach den ersten Ausgaben von widerstreit sachunterricht wurde deutlich, dass ein ergänzendes Format sinnvoll wäre, um einzelne Aspekte, Themen bzw. Fragestellungen vertieft behandeln zu können. Diese Funktion übernahmen die Beihefte von widerstreit sachunterricht, die in den 2000er-Jahren noch einem weiteren Zweck dienten: Die Beihefte erschienen bis 2016 in kleiner Auflage auch in gedruckter Fassung. Hiervon wurde ein Teil gezielt den Universitätsbibliotheken zur Verfügung gestellt, was es ermöglichte, dass widerstreit sachunterricht nicht nur in der Deutschen Nationalbibliothek (denn zu dieser Zeit war es nur dort möglich, online Publikationen bibliographisch auszuweisen), sondern auch in anderen Bibliotheken in den Katalogen auftauchte.

Einige Ursprungsideen von widerstreit sachunterricht waren recht bald überholt – so bspw. die Rubrik „DidaktikerInnen stellen sich vor“, die in den ersten Ausgaben enthalten war, die aber mit der zunehmenden Online-Präsenz von Universitäten und Wissenschaftler*innen obsolet wurde. Das damalige Novum eines online verfügbaren wissenschaftlichen Journals für Sachunterricht(sdidaktik) spiegelte sich lange Zeit im Namen www.widerstreit-sachunterricht.de wider (seit Ausgabe 27/2023 wird nur noch der Kurztitel widerstreit sachunterrichtverwendet).

Bereits mit den ersten Ausgaben wurde ein wissenschaftlicher Beirat für widerstreit sachunterricht etabliert. In recht kurzer Zeit entwickelte sich die Funktion dieses Beirats in Richtung einer Redaktion bzw. eines Herausgeber*innenkreises – auch wenn die Bezeichnung Beirat bis 2021 beibehalten wurde. Von 2003 bis 2008 war Marcus Rauterberg federführender Herausgeber von widerstreit sachunterricht; 2008 übernahm Detlef Pech diese Aufgabe und behielt sie bis 2023. Seit 2021 ist Stine Albers federführende Herausgeberin und dies seit 2024 gemeinsam mit Toni Simon. Ebenfalls recht früh wurde ein Review-Verfahren für eingereichte Beiträge eingeführt, das auf die Intention von widerstreit sachunterricht als Zeitschrift für den fachdidaktischen Widerstreit ausgerichtet war: Es wurde bewusst auf ein blind-review-Verfahren verzichtet und eine open-peer-Review etabliert, weil dies die Möglichkeit eines Diskurses bereits vor der Veröffentlichung von Beiträgen eröffnet.

Während es in den ersten Jahren eher die Ausnahme war, dass in Publikationen der Disziplin auf Beiträge aus widerstreit sachunterricht verwiesen wurde, hat sich dies im Laufe der Jahre geändert, sodass widerstreit sachunterricht zunehmend zu einer breit aufgegriffenen Fachzeitschrift für den Sachunterricht und seine Didaktik wurde.

Im Jahr 2022 wurde die Website von widerstreit sachunterricht im Zuge ihres ‚Umzuges‘ auf das etablierte Open Journal Systems (OJS) grundlegend verändert. Damit gingen auch Änderungen im strukturellen Aufbau der Zeitschrift einher – die Inhalte der alten Website sind jedoch im Wesentlichen erhalten geblieben. Was auch geblieben ist, ist das Anliegen von Widerstreit: den wissenschaftlichen fachdidaktischen Diskurs zum Sachunterricht anzuregen und hierfür einen Ort zu bieten.