Sachunterricht muss politisch(er) sein! Wie kann das gelingen?

Autor/innen

  • Linda Espelage
  • Markus Gloe

Abstract

Angesichts zunehmender gesellschaftlicher Herausforderungen und demokratischer Erosionsprozesse betonen aktuelle Kinder- und Jugendberichte (BMFSFJ 2020, 2024) die Notwendigkeit, politische Bildung früh zu verankern. Unter politischer Bildung verstehen wir in diesem Beitrag die bewusste Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Konflikten, Macht- und Interessenslagen
sowie deren Bearbeitung im Rahmen demokratischer Ordnungen. Sie geht damit über die Förderung sozialer Tugenden hinaus und zielt auf die Entwicklung von Analyse-, Urteils- und Handlungskompetenzen, die Kinder befähigen, sich als politische Subjekte zu begreifen und aktiv am demokratischen Zusammenleben teilzuhaben. Politische Bildung umfasst sowohl das Erkennen des Politischen in der eigenen Lebenswelt als auch die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen, Kontroversen auszutragen und eigene Interessen in Aushandlungsprozesse einzubringen. Gleichwohl bleibt das Potenzial politischer Bildung im Sachunterricht bislang weitestgehend ungenutzt. Grundschulkinder werden im (schulischen) Alltag oft nicht als politische Akteur*innen wahrgenommen (Bade, Kalcsics & Kallweit 2024, S. 223). Lehrkräfte und institutionelle Rahmenbedingungen tragen zu einer Marginalisierung von politischer Bildung im Sachunterricht bei (ebd. S. 225; Bade 2024, S.202). Häufig wird gerade die politische Dimension von Themen übersehen, sodass selbst bei genuin politischen Gegenständen oft keine politische Bildung
stattfindet (Bade, Kalcsics & Kallweit 2024, S. 227f.). Vor diesem Hintergrund stellt sich die Leitfrage: Wie kann der Sachunterricht in der Grundschule politisch(er) werden und einen Beitrag zu politischer Bildung leisten?

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Veröffentlicht

19.03.2026