Reappraisal of names and lectotype designations in the South American genus Anchietea (Violaceae)

Autor/innen

  • Juliana de Paula-Souza
  • José Rubens Pirani
  • Matthias H. Hoffmann
  • Martin Röser

Abstract

Paula-Souza, J. de, Pirani, J. R., Hoffmann, M. H., & Röser, M. 2013: Eine Neubewertung von Namen und Lectotypisierungen in der südamerikanischen Gattung Anchietea (Violaceae). Schlechtendalia 25: 63–67.

Anchietea salutaris wurde 1824 durch Saint Hilaire zusammen mit der Gattung Anchietea beschrieben, im selben Jahr wie Martius’ Veröffentlichung des Namens Noisettia pyrifolia. Beide Taxa wurden in der Folgezeit recht schnell als konspezifisch betrachtet. Nach Eichlers Bearbeitung der Violaceae für “Flora Brasiliensis” in 1871 wurde Anchietea salutaris zum gebräuchlichen Name für diese großwüchsige, verholzte Liane Südamerikas. Eine genauere Analyse zeigt jedoch, dass Noisettia pyrifolia ein paar Monate früher publiziert wurde und daher Priorität gegenüber A. salutaris hat. Eine Beibehaltung des letzteren Namens würde nomenklatorische Konservierung erfordern, jedoch halten wir eine Konservierung im Falle von A. salutaris für verzichtbar. Unklarheit herrscht bezüglich der Autorschaft für die Kombination Anchietea pyrifolia, was sich in widersprüchlichen Eintragungen in den Datenbanken für Pflanzennamen zeigt (z.B. IPNI, Tropicos). Nach gründlichem Studium der Werke Saint-Hilaires und aus unserer taxonomischen Revision von Anchietea ergibt sich, dass nicht Saint-Hilaire diese Kombination geschaffen hat, sondern dass sie auf G. Don in “A General History of the Dichlamydeous Plants” zurückgeht – ein Werk, dass Eichler in seiner Bearbeitung für die “Flora Brasiliensis” zwar zitiert, aber nicht persönlich gesehen hat. Der genaue historische Hintergrund all dieser Namen, das korrekte Zitat für A. pyrifolia und eine vollständige Liste der Synonyme werden angeführt. Originalmaterial an Pflanzenbelegen, entweder Typus- oder “typoides” Material, konnte in unterschiedlichen Herbarien lokalisiert werden, und unsere Lectotypisierungen beruhen auf diesen umfänglichen Nachforschungen.

Veröffentlicht

13.03.2013

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